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„Anerkennung darf kein Rechenspiel sein“ – Warum Nachzahlungen im Bauhof auch Fragen aufwerfen

📅 15.11.2025 ⏱ 4 Min. ✍ Sascha Greiner
Die Gemeinde Wettenberg hat jüngst eine wichtige tarifliche Entscheidung getroffen: Die Beschäftigten im Bauhof erhalten rückwirkend ab dem 1. Januar 2024 eine Höhergruppierung in die Entgeltgruppe 6 des TVöD. Doch parallel wurde die monatliche Erschwerniszulage von 180 Euro auf 100 Euro reduziert.

Die Höhergruppierung der Beschäftigten im Wettenberger Bauhof in die Entgeltgruppe 6 TVöD ist richtig — und aus meiner Sicht längst überfällig.

Die Kolleginnen und Kollegen leisten jeden Tag Arbeit, die man oft erst dann bemerkt, wenn sie nicht gemacht wird: Straßen, Wege, Grünflächen, Winterdienst, Veranstaltungen, Reparaturen, spontane Einsätze. Der Bauhof hält an vielen Stellen den Alltag in der Gemeinde am Laufen. Dass diese Arbeit tariflich besser eingeordnet wird, begrüße ich ausdrücklich.

Gleichzeitig gibt es einen Punkt, der nicht einfach untergehen darf: Parallel zur Höhergruppierung soll die bisherige Erschwerniszulage reduziert werden. Nach Rückmeldungen aus dem Bauhof wurde diese Zulage über viele Jahre regelmäßig gezahlt. Wenn sie nun im Zuge einer positiven Nachricht gekürzt wird, entsteht verständlicherweise Irritation.

Denn dann stellen sich konkrete Fragen: Was bleibt am Ende tatsächlich netto beziehungsweise brutto mehr? Auf welcher Grundlage wird die Zulage neu bewertet? Wurde der Personalrat eingebunden? Und ist geprüft worden, ob durch die langjährige Zahlung ein schützenswerter Besitzstand entstanden sein könnte?

Genau deshalb habe ich eine Anfrage an den Gemeindevorstand gestellt.

Mir geht es dabei nicht um Stimmungsmache und nicht um Schuldzuweisungen. Mir geht es um Klarheit. Eine Höhergruppierung darf nicht den Eindruck erwecken, dass auf der einen Seite etwas gegeben und auf der anderen Seite etwas weggenommen wird, ohne dass das sauber erklärt ist.

Die Gemeinde Wettenberg ist Arbeitgeberin. Gerade deshalb muss sie nachvollziehbar handeln — gegenüber den Beschäftigten, gegenüber dem Personalrat und gegenüber der Gemeindevertretung.

Für mich ist entscheidend: Gute Arbeit verdient faire Bezahlung. Und faire Bezahlung braucht Transparenz. Wenn die Höhergruppierung richtig und die Anpassung der Zulage rechtlich begründet ist, dann sollte das offen dargelegt werden. Wenn es Zweifel gibt, müssen sie geklärt werden.

Der Bauhof verdient Anerkennung — nicht nur in Sonntagsreden, sondern auch in einer Vergütung, die nachvollziehbar, verlässlich und fair ist.

// ÜBER DEN AUTOR

Sascha Greiner

Gemeindevertreter Wettenberg · FDP-Fraktion · Unternehmer (Zeydler GmbH, Lohnkempe GmbH) · Imker.

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