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Bericht zum Ersatzbau der Kindertagesstätte „Pfiffikus“

📅 30.04.2026 🏷 Status: ⇒ Verwiesen ✍ FDP-Fraktion Wettenberg
Der Gemeindevorstand soll umfassend über den „zusätzlichen Bedarf an Kita-Plätzen im Ortsteil Wißmar" berichten — mit belastbaren Fakten, warum eine weitere Nutzung der derzeitigen Kita „Pfiffikus" nicht möglich ist, und mit Darstellung der eventuellen Kosten bei einem Stop des Ersatzbaues. Bis dahin sollen Planungen, Beauftragungen und Arbeiten am Neubau ausgesetzt werden.

Der Ersatzbau der Kita „Pfiffikus“ in Wißmar ist eines der größten Bauprojekte der kommenden Jahre. Gleichzeitig befindet sich Wettenberg in einer angespannten Haushaltslage. Es wird wohl einen Nachtragshaushalt geben, erhebliche Fehlbeträge und viele weitere Pflichtaufgaben, die ebenfalls finanziert werden müssen.

Genau deshalb ist es richtig, dieses Projekt noch einmal sorgfältig zu prüfen.

Dabei geht es nicht darum, Kinderbetreuung in Frage zu stellen. Gute und verlässliche Kita-Plätze sind eine zentrale Aufgabe der Gemeinde. Aber gerade weil das so wichtig ist, darf die Entscheidung nicht auf einer unklaren Grundlage getroffen werden.

Der Bürgermeister hat darauf hingewiesen, dass nach der Bedarfsplanung für das Kita-Jahr 2026/27 in Wettenberg insgesamt freie Kita-Plätze erwartet werden. 60 sind es bisher. Diese Aussage muss ernst genommen werden.

Deshalb brauchen wir jetzt eine ehrliche Prüfung.

Erstens: Wie groß ist der tatsächliche Bedarf in Wettenberg?
Wir brauchen belastbare Zahlen: U3 und Ü3 getrennt, aktuelle Belegung, Wartelisten, Betreuungsumfänge und Prognosen für die nächsten Jahre.

Zweitens: Was spricht konkret gegen das Bestandsgebäude?
Wenn eine Sanierung oder Weiternutzung nicht möglich oder nicht sinnvoll ist, muss das nachvollziehbar belegt werden.

Drittens: Können wir uns das Projekt in der geplanten Form noch leisten?
Diese Frage muss man in einem Nachtragshaushalt stellen dürfen. Nicht polemisch, sondern nüchtern. Was kostet das Projekt insgesamt? Welche Folgekosten entstehen? Welche Risiken gibt es? Und was bedeutet das für andere notwendige Investitionen der Gemeinde?

Viertens: Gibt es eine vertretbare kleinere Lösung?
Das ist für mich der entscheidende Prüfpunkt. Vielleicht ist nicht die Frage „Neubau ja oder nein“, sondern: Neubau in welcher Größe, mit welchem Standard und zu welchem Zeitpunkt? Wenn die Bedarfszahlen tatsächlich niedriger ausfallen oder freie Kapazitäten an anderer Stelle bestehen, muss geprüft werden, ob eine kleinere, einfachere oder stufenweise Lösung möglich ist.

Denkbar wäre zum Beispiel eine reduzierte Baugröße, eine modulare Erweiterbarkeit oder eine Lösung, die den tatsächlichen Bedarf in Wißmar abdeckt, ohne unnötige Überkapazitäten zu schaffen. Genau solche Varianten müssen auf den Tisch, bevor weitere Verpflichtungen eingegangen werden.

Auch die Hinweise des Bürgermeisters zu bereits entstandenen Planungskosten und möglichen Stop-Kosten gehören in diese Abwägung. Aber sie dürfen nicht dazu führen, dass man aus Angst vor versunkenen Kosten einfach weitermacht. Entscheidend ist nicht, was bereits ausgegeben wurde, sondern welche Entscheidung ab heute für Wettenberg am verantwortbarsten ist.

Der Antrag ist deshalb keine Absage an den Pfiffikus. Er ist auch keine Absage an Kinderbetreuung. Er ist eine Aufforderung, vor einem Millionenprojekt noch einmal sauber zu prüfen:

  • Brauchen wir das Projekt in dieser Größe?
  • Können wir es uns in dieser Form leisten?
  • Gibt es eine kleinere oder wirtschaftlichere Variante?
  • Und welche Folgen hätte ein Weiter-so für den Haushalt?

Gerade in einem Nachtragshaushalt muss Politik bereit sein, laufende Projekte neu zu bewerten. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung.

Für mich gilt: Wettenberg braucht gute Kinderbetreuung. Aber Wettenberg braucht auch eine Planung, die zum tatsächlichen Bedarf, zur finanziellen Lage und zur langfristigen Handlungsfähigkeit der Gemeinde passt. Ein Millionenprojekt darf nicht deshalb weiterlaufen, weil es schon begonnen wurde. Es muss auch heute noch fachlich, finanziell und politisch vertretbar sein.

// ANTRAGSTELLER

FDP-Fraktion Gemeindevertretung Wettenberg

Fraktionsvorsitzender: Leonhard Neiberger · Anträge werden in den jeweils zuständigen Fachausschüssen und in der Gemeindevertretung beraten.

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