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Warum ich zur FDP gewechselt bin — und was das für Wettenberg bedeutet

📅 25.08.2025 ⏱ 4 Min. ✍ Sascha Greiner
Mein Weg zur FDP war kein Sprung, sondern ein Prozess. 2019 in die Grüne Partei. 2021 für die Grünen in die Gemeindevertretung. Ende 2023 Austritt aus der Bundespartei. August 2025 Eintritt FDP-Fraktion. März 2026 Kommunalwahl: Fraktion verdoppelt, mein Mandat bestätigt, erstmals FDP-Sitz im Gemeindevorstand.
Sascha Greiner — Portrait am Hafen
Sascha Greiner — Unternehmer, Imker, Familienvater, Gemeindevertreter Wettenberg

Im August 2025 bin ich der FDP-Fraktion in der Gemeindevertretung Wettenberg beigetreten. Das war kein abrupter Wechsel, sondern der letzte Schritt eines langen Wegs. Weil bei solchen Geschichten oft mehr vermutet als gefragt wird, schreibe ich die Chronologie hier auf — ehrlich und ohne Schönfärberei.

Die Chronologie

2019: Eintritt in die Grüne Partei. Als Imker und Unternehmer ging es mir um konkrete Nachhaltigkeit vor Ort — Blühflächen, Mischwald, eine Landwirtschaft, die nicht nur auf Quartalsergebnisse schaut.

2021: Einzug in die Gemeindevertretung Wettenberg für die Grünen. Mitarbeit im Sozialausschuss, in der Betriebskommission der Gemeindewerke und in der Verbandsversammlung Lollar-Staufenberg. Sacharbeit, keine Symbolpolitik.

Ende 2023: Austritt aus der Bundespartei Bündnis 90/Die Grünen. In der Fraktion in der Gemeindevertretung bin ich noch geblieben — wo ich mitrede, mitgestalte, mein Mandat ernst nehme. Zwei Jahre Zeit für die innere Klärung.

August 2025: Eintritt in die FDP-Fraktion. Mit meinem Beitritt erlangte die FDP-Fraktion in Wettenberg erstmals seit 2021 wieder Fraktionsstatus.

15.03.2026 — Kommunalwahl: Mandat bestätigt. FDP-Fraktion verdoppelt von 1 auf 2 Sitze. Die Wettenberger haben die FDP-Politik bestätigt.

16.04.2026: Die FDP zieht erstmals in den Gemeindevorstand ein. Torsten Pausch als Beigeordneter. Erstmals seit Bestehen der Gemeinde sitzt damit ein FDP-Mitglied im Exekutivorgan Wettenbergs.

Warum die FDP

Drei Gründe, die mich überzeugt haben:

Erstens — Respekt vor dem Einzelnen. Liberale Politik denkt vom Bürger, vom Unternehmer, vom Familienvater aus. Sie traut Menschen Verantwortung zu, statt sie zu bevormunden. Als Geschäftsführer von zwei Unternehmen kenne ich diese Haltung aus dem Arbeitsalltag — sie ist die Grundlage von Vertrauen.

Zweitens — Pragmatismus statt Ideologie. Die FDP fragt: Was wirkt? Was ist bezahlbar? Was ist umsetzbar? Diese Methodenoffenheit habe ich bei den Grünen oft vermisst. Wir wollten dieselben Ziele — Klimaschutz, Bildung, Lebensqualität. Aber die Methode war eine andere.

Drittens — Verantwortung für die nächste Generation. Solide Finanzpolitik klingt langweilig — ist es aber nicht. Wer heute auf Pump lebt, verschiebt die Rechnung an Kinder und Enkel. Das ist nicht „neoliberal“, das ist Generationengerechtigkeit. Im Wettenberger Kontext heißt das konkret: vor 2,7 Mio € Fehlbedarf 2026 sind Versprechen ohne Gegenfinanzierung Wunschpolitik, nicht Verantwortung.

Was das praktisch bedeutet

Schon am 02.10.2025 — wenige Wochen nach meinem Beitritt — haben wir sechs Anträge in einer Sitzung der Gemeindevertretung eingebracht. Das war keine Show — sondern die Bestandsaufnahme dessen, was in vier Jahren ohne Fraktion liegen geblieben war.

Seit der Wahl am 15.03.2026 sind wir Teil der bürgerlichen Koalition aus CDU, FWG und FDP — erstmals in der Geschichte Wettenbergs eine Mehrheit ohne SPD. Verantwortung in einer Lage, die schwer trägt.

Was ich von der Wettenberger Politik mitgenommen habe

Ich habe in meiner Zeit als Gemeindevertreter persönlich erlebt, was es bedeutet, wenn liberale Bundespolitik konkret wird. Bettina Stark-Watzinger habe ich bei einem Startup-Event getroffen — beeindruckend, mit welcher Energie sie das Thema Bildung und Forschung vor Ort vertritt. Jörg Guderian, Vorsitzender unseres Ortsverbandes, war einer der Menschen, die mich auf dem Weg in die FDP-Fraktion begleitet haben. Politik wird konkret durch Menschen, nicht durch Programme.

Ich teile auch die Haltung von Katja Adler, die in Oberursel klare Worte zur kommunalen Steuerpolitik gefunden hat: Steuererhöhungen sind kein Ersatz für Haushaltsdisziplin. Diese Linie ist mir wichtig — gerade in Wettenberg, wo die Versuchung groß ist, Lasten auf die Bürger umzuwälzen, statt eigene Prioritäten zu setzen.

Was bleibt

Ich bin nicht aus Karriere-Gründen gewechselt — ich bin gewechselt, weil ich ehrlich zu mir selbst sein wollte. Wer Ehrlichkeit von anderen verlangt, fängt bei sich selbst an. Das gilt auch und gerade für die Frage, in welcher Partei man richtig aufgehoben ist.

Der Wechsel war kein Bruch mit Werten. Er war ein Bekenntnis zur Methode, mit der ich diese Werte umsetzen kann.

Wettenberg verdient politische Vielfalt, die ehrlich miteinander streitet und gemeinsam Lösungen findet. Dazu möchte ich beitragen. Ehrlich, transparent, mit klaren Positionen.

// ÜBER DEN AUTOR

Sascha Greiner

Gemeindevertreter Wettenberg · FDP-Fraktion · Unternehmer (Zeydler GmbH, Lohnkempe GmbH) · Imker.

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